Diese Gedanken nehmen mir die Vorfreude auf jeden Moment

Diese Gedanken nehmen mir die Vorfreude auf jeden Moment

Ich schaue auf die Uhr… 7:13. Habe ich so lange geschlafen, ohne aufzuwachen? In den letzten Monaten ließ meine Schlafqualität zu wünschen übrig. Zu viel Stress und Ungewissheit sorgten dafür, dass ich nachts regelrecht hoch schreckte. Glücklicherweise fand ich natürliche Mittel und einige Tricks, die mich entspannter schlafen ließen. Aber auf Dauer nur ein Pflaster auf die Wunde zu kleben, bringt natürlich keine nachhaltige Erleichterung. Bis ich kapierte, dass ich mir selbst im Weg stand.

„Lebe im Moment“, flüsterte mir mein Bauchgefühl zu. Mag sein, dass das nur eine Floskel ist, über die man zuerst mit dem Kopf schüttelt. Das habe ich selbst lange getan. Aber Hand aufs Herz: Wie oft leben wir im Hier und Jetzt? Warum muss alles so geplant und totgedacht sein? Können wir gar nicht mehr reagieren, improvisieren und spontan leben? Ich tendiere zum Beispiel zu Katastrophen-Gedanken. Ich dachte, ich kann nichts dafür, sie sind einfach da, so bin ich eben. Aber das stimmt nicht. Ich entscheide immer noch, ob ich sie zulasse. Fahren wir eine längere Strecke oder an einen unbekannten Ort, habe ich unzählige Ängste, was währenddessen oder dort alles passieren könnte. Nein, ich spreche meine Sorgen nicht laut aus, denn mir ist diese negative Seite an mir überaus bewusst. Sie belastet mich und das reicht völlig, meine Familie muss diese abstrusen, teilweise sogar sehr gruseligen Gedanken nicht auch noch ertragen. Das Problem ist, diese Gedanken nehmen mir die Vorfreude auf jeden Moment. Damit ihr es besser versteht: Würde man vor jedem Flug in den Urlaub tagelang darüber nachdenken, dass das Flugzeug abstürzen, im Flugzeug ein Notfall eintreten oder die Koffer verloren gehen könnten, lebt man nur in Angst. Man weiß nicht, was passiert. In der Regel passiert auch nichts oder es sind Situationen, die man händeln kann. Und dennoch verbringt man immer wieder die Abende mit Grübeleien im Bett, statt einfach zu schlafen und sich auf das neue Abenteuer zu freuen. Ich fliege zwar nicht, und meine Gedanken und dessen Intensität variieren je nach Situation und Tagesform, aber trotzdem. Ich wäre gerne entspannter, spontaner und selbstbewusster. Genau das ist der Punkt.

Vermutlich machen mir ungewisse Situationen so viel Angst, dass ich sie mit Katastrophen-Gedanken entschärfen will. Wenn ich mir alles vorher ausgemalt habe, bin ich mental vorbereitet. Die Vorfreude ist harmlos, sie ist für mein Gehirn okay, darüber muss ich mir keine Gedanken machen - also fällt sie völlig weg. Das Spielchen „Was-wäre-wenn“ muss auf jeden Fall wie ein Karussell in meinem Kopf rotieren. Leider erzeugt es in mir ungewollterweise großen Stress und verdirbt mir den Spaß auf dem Weg zum Ziel. Ich habe keine Lust mehr drauf, ich sehne mich nach mehr Leichtigkeit und Vertrauen. Ich habe schon so viel gemeistert im Leben, also lasse ich los und blicke nach vorne. Das Leben wird nicht perfekt laufen, das ist klar. Es passiert immer irgendwas. Aber es bringt nichts, sich so verrückt zu machen. Einfach leben, mehr sein - nicht umsonst ist das mein Lebensmotto. Es wird nun Zeit, dass ich es auch im echten Leben praktiziere.

Autorin: Lisa Marie Albrecht
Datum: 24.06.2024

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