Nichts ist so wie es scheint

Nichts ist so wie es scheint

Mit der Selbstständigkeit ist es so eine Sache. Mal läuft sie, mal aber auch nicht. Und gerade stecke ich in der Phase mit dem Titel „auch mal nicht“. Für meinen Geschmack dauert sie mittlerweile zu lange. Genau genommen, seit der Pandemiezeit, spürte ich schon diesen kalten, bis auf die Knochen durchdringenden Wind, der mich dazu zwang, eine wärmere Jacke anzuziehen. Zum Glück hatte ich eine. Ich zehrte also von meinem warmen Polster und überlegte neue Strategien für das Überleben. Wut, Angst, Verzweiflung, Sorgen und Tränen waren meine besten Freunde und begleiteten meinen Alltag. Lange Zeit breitete sich in mir eine Ohnmacht aus, die ich kaum bewältigen konnte. Bis ich irgendwann merkte, dass in dieser Talfahrt etwas Positives steckte, es waren neue Chancen. Ich merkte, dass ich an sich durch war mit meinem alten Job. Ihn loszulassen, fiel mir sehr schwer, aber wirklich gerne habe ich ihn nicht mehr gemacht. Die Welt hat sich verändert, ich habe mich verändert. Ich hatte keine Lust mehr, mich ständig zu verbiegen und nach der Pfeife anderer zu tanzen. Vor allem, wenn die Außenwelt so unberechenbar und mächtig ist. Ich nutzte also diesen kalten Wind und ging mit ihm. Wie sagt man so schön: Wenn eine Tür zugeht, geht irgendwo eine andere auf. Wenn der Wind so stark wie ein Durchzug ist, müssten nach meiner Logik sogar zwei Türen offen sein. Dieser Gedanke gab mir Kraft, nach vorne zu schauen.

Auch jetzt bin ich auf dem Weg und weiß nicht, wo ich ankommen werde. Ja, ich habe Angst und ich fühle mich tatsächlich wie im freien Fall. Aber ich will herausfinden, wo die zweite Tür ist. Ich arbeite an neuen Projekten und lasse mich auf Herausforderungen ein. Denn ich bin mir sicher: Alles andere wird sich finden, nichts bleibt wie es ist. Und der Wind? Man könnte ihn sogar zum Segeln nutzen.

Autorin: Lisa Marie Albrecht
Datum: 16.06.2024

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