Ich glaubte nicht daran, bis ich es selbst fühlte.

Ich glaubte nicht daran, bis ich es selbst fühlte.

Man sagt, mit dem Frühling erblüht auch die Seele. Die schwere Wintermüdigkeit schmilzt dahin, die Lebenskräfte erwachen aus dem Tiefschlaf. Vor einigen Monaten hätte ich bei dieser Weisheit nur erschöpft den Kopf geschüttelt. Ich habe nicht daran geglaubt.

Das letzte Jahr und auch die letzten Monate waren eine Herausforderung für mich. Ich hatte eine Erkenntnis nach der anderen, eine Herausforderung nach der anderen. Ich stellte fest, dass ich mich in meinem Zuhause nicht wohlfühle. Ich gab meinen Blog auf, den ich seit gut vierzehn Jahren mit Inhalten – ich wollte schon schreiben „mit meinem Leben“ – befüllte. Ich stellte unseren Lebensstil infrage. Es gab kaum etwas, was bei uns nicht auf dem Kopf stand.

Wenn alles so dermaßen wackelt, wie aktuell die Wackelzähne meiner Tochter, dann fühlt sich nichts gut an. Ich wusste nicht mehr, wo vorne und hinten ist. Mir kam es so vor, als ob ich nie wieder einen Lichtblick haben werde, nicht mal einen kleinen Sonnenstreifen. Die Überforderung stand mir ins Gesicht geschrieben und das Denken setzte aus. Ich war nur noch müde.

Zum Glück steht die Welt nicht still, nichts bleibt für immer. Was vielleicht traurig klingt, ist an dieser Stelle wirklich positiv gemeint. Ich lernte, diese schwere Zeit durchzustehen. Alleine das ist schon eine große Leistung. Vielleicht, wie andere auch, neige ich dazu, nur klare Ergebnisse greifen zu können. Aber zu lernen, den Ist-Zustand anzunehmen und Stück für Stück zu sortieren, ist ein Ergebnis von vielen, das auf meinem Weg wichtig war.

Jetzt kann ich bestätigen: Der Frühling lässt das Herz erblühen, das stimmt tatsächlich. Ich, oder besser gesagt wir als Familie, haben einen Plan. Vielleicht noch keinen sehr konkreten, aber wir wissen, was wir wollen. Ich bin bereit, nach einem neuen Zuhause zu suchen, neue Projekte in Angriff zu nehmen und mich zu öffnen. Ich habe angefangen, ein Buch über unsere Abenteuer in Schweden zu schreiben und freue mich schon, wenn ich es euch vorstellen kann. Außerdem habe ich meine Leidenschaft für gesundes Backen wieder entdeckt. Auf Instagram (@sweet.healthy.dreams) teile ich sie mit euch und in den nächsten Wochen erscheint mein zweites Backbuch mit gesunden Rezepten für süße Pausen im Alltag. Mit dem Frühling kommt auch die Lebendigkeit zurück, die ich so vermisst habe.

Am meisten hat mir das Loslassen geholfen, wieder aufzustehen. Sobald ich nicht mehr am Alten festgehalten und eine klare Entscheidung für die Zukunft getroffen habe, ging es aufwärts. Klar, weiß ich nicht, was später kommen wird und ob auch alles klappt. Aber ich habe eine Richtung und ein Ziel. Das lässt mich freier atmen, nach vorne schauen und mit jeder Körperzelle Zuversicht fühlen.

Autorin: Lisa Marie Albrecht
Datum: 12.05.2024

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Nervenprobe im Supermarkt Für Außenstehende ist es vielleicht lächerlich. Einfach loszuleben, ist gar nicht so einfach. Künstliche Intelligenz kann nicht an Burnout erkranken. Wir, im Kampf gegen sie, schon. Manchmal sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ich will doch alles richtig machen. Dabei vergesse ich, an meine Bedürfnisse zu denken.